Trachten-Verein

ALMRÖSL e.V.

              

Stamm Schweinfurt 1923


Trachtengruppe Almrösl 1926

Schon der Name sagt, dass im Trachtenverein Almrösl nicht fränkisch-bodenständige sondern oberbayrisches Brauchtum gepflegt wird.

Die Frage! Warum und weshalb, bedarf einer klärenden Erläuterung:
Beim Eisenbahnbau Schweinfurt - Gerolzhofen kurz nach der Jahrhundertwende, wollten einige aus Oberbayern stammenden junge Burschen ihren heimatlichen Brauch Schuhplattln auch hier ausüben. Ortsansässige fanden schließlich Gefallen, und es wurden die ersten Gebirgstrachten - Erhaltungsvereine gegründet.
Aus diesen Vereinen heraus, entstand 1923 der Trachtenverein Almrösl.  

Nach dem Ende der außergewöhnlich großen Inflation 1919-1923 konnte, der Verein unter Leitung von Jakob Lohnert, in relativ kurzer Zeit enormen Mitgliederzuwachs erreichen, damit verbunden eine ansehnliche Trachtengruppe.

Jakob Lohnert

An Pfingsten 1928 das 5 jährige verbunden mit der Weihe unserer ersten Vereinsfahne. Mit vielerlei Veranstaltungen, u.a. auch mit Aufführungen von passenden Theaterstücken konnte der junge, aber schon bekannte Verein an die Öffentlichkeit treten, mit guten Zuspruch und finanziellen Erfolg. 
So war es möglich geworden, 1929 ein Grundstück am Bramberg zu erwerben, und „Die Hütte“ unser erstes Vereinsheim, zu bauen. Es war eine schöne Zeit, ein harmonisches Vereinsleben.

"Die Hütte"

Aber bereits nach 10 jährigem Bestehen fand alles Gute und Schöne ein gewaltsames Ende. Im Frühjahr 1933, das „Dritte Reich“ hatte begonnen, es wurde Vereinsverbot mit Enteignung verfügt. Der Grund: Mitglied beim „Verband freier Trachtenvereine“. So wenig wie heute, wurde auch damals keinerlei Politik im Verein betrieben.  Vereinsleben und Wesen waren ausschließlich von unserem Brauch geprägt. Das bittere Schicksal war da, wir mussten es hinnehmen wie viele andere Vereine auch. Dafür gibt es in Schweinfurt Beispiele genug. Ein völliges Erliegen brachte der Zweite Weltkrieg für das gesamte Vereinsleben. Nachdem sich 1946 die früheren noch lebensfähigen Vereine zusammen schlossen, zog es unser Verein vor, nach Rückerstattung seines Besitzes, wieder selbstständig zu werden. 

Es begann der Wiederaufbau mit all seinen Begleiterscheinungen. In der Hauptsache die Heranbildung einer jungen aktiven Trachtengruppe sowie die Instandsetzung von Vereinsgelände und Heim. Es war mitunter sehr schwer, jedoch nicht unüberwindbar. Bekanntlich kann man gemeinsam vieles bewältigen. Am 18. August 1953 trafen sich fränkische Trachtenvereine auf dem Bramberg um unser 30 jähriges Gründungsfest mitzugestalten. Es war das erste Trachtenfest, wenn auch in kleinem Rahmen, das auf unserem Vereinsgelände stattfand.

Die Weihe unserer zweiten Fahne, die erste konnte nach dem Krieg nicht mehr aufgefunden werden, gab der Feier des 40 jährigen Bestehens am 3./4. August 1963 das besondere Gepräge. Fahnenmutter war Brauerei-Gattin Rosl Hagenmeyer. 

Der Höhepunkt aller bisherigen Vereinsjubiläen, war das
50 jährige in Verbindung mit dem 22. Unterfränkischen Bezirkstrachtenfest am 7./8. Juli 1973 in Schweinfurt – Volksfestplatz.

50Jähriges Vereinsjubiläum 1973

von links: 1.Vorstand: Hans Schmitt / Ehrenmitgl.: Jakob Jopp,     Babette Kohl / Gründungsmitgl.: Anna Lohnert / Fahnenmutter: Rosl Hagenmeyer / Schirmherr: OB. Georg Wichtermann /  Ehrenvorstand: Ludwig Rußwurm

Ein Wandel hat sich jedoch längst vollzogen. Im ganzen fränkischen Raum, besonders in Unterfranken sind Volkstrachtenvereine, die Sitten und Bräuche der Heimatpflege, vorherrschend. Das ist durchaus richtig. 

Das wir, als einziger Gebirgstrachtenverein in Schweinfurt noch bestehen, ist an der Vergangenheit gemessen, anzuerkennen. Schweinfurt ohne Almrösl – nahezu undenkbar, es würde etwas fehlen!

Mit den bodenständigen Vereinen sind wir infolge der Mitgliedschaften im Trachtenverband Unterfranken und der Vereinigung links der Donau, engverbunden. Bei vielfachen Anlässen, Z.B. Gaufesten, Jubiläen und Fahnenweihen , ist gegenseitige Unterstützung durch Teilnahme erstes Gebot. 

Es macht unseren Aktiven besondere Freude, zu verschiedenen Anlässen ihre  Miesbacher - Gebirgstracht zu zeigen, und den verdienten Beifall zu ernten. Mit stolz tragen sie ihre Tracht im Festzug inmitten der vielfarbigen Volkstrachten, voraus unsere mit einem Trachtenpaar und der Burg „Peterstirn“ versehenen Fahne.

Plattler auf dem Vereinsgelände

                Unser Verein hat zur Zeit 45 Mitglieder davon 6 Aktive Paare.

Zu alldem gehört ein Vereinseigenes, am Waldrand gelegenes Grundstück am Bramberg, oberhalb des Hexenbrünnle, wo unter anderen am 1. Mai unser traditionelles „Maikonzert“ stattfindet. Dazu ein stattliches Vereinsheim „Haus- Bergfrieden“, erbaut 1958/59 mit Wirtschaftsführung. Und dieses Fleckchen Erde, auf dem so manches festliche Ereignis stattfand, ist zugleich zum Ausflugsziel von jung und alt geworden. Es zu erhalten, gehört zu unseren größten Aufgaben, ebenso wie bislang Tracht und Tanz.

Für alle Trachtler, gilt der Leitspruch:

„ Sitt` und Tracht der Alten wollen wir erhalten“

Stiftungsfest und Fahnenweihe Almrösl 1928
Trachtenverein Almrösl auf dem Vereinsplatz 1955
Trachtenverein „Almrösl“ und Patenverein „Die Nabtaler“ Schwandorf am 16.10.1983 zum 60 jährigen am Bramberg.
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